KIBAG Baustoffe Schollberg AG. Hochprozentige Kalksteine aus dem Untertage-Abbau.

Die Nutzung des Gesteins aus dem Schollberg reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die heutige KIBAG Baustoffe Schollberg AG besitzt seit 1934 die Abbaurechte. 1986 wurde mit dem Untertage-Abbau begonnen.

Wo einmal ein Meer war... 

Vor etwa 135 bis 160 Millionen Jahren war das Gebiet des heutigen Steinbruchs Schollberg von einem Meer überlagert, welches eine Tiefe von rund 1000 Metern aufwies. Auf dem Grund des Meeres sammelten sich über lange Zeit Überschusskalk aus dem Wasser und Schalen von kleinen Meerestierchen in Form von Schlamm an. Durch die Überschüttung mit Sedimenten – Mächtigkeit 1000 bis 1500 Meter – wurde der Kalkschlamm im Laufe der Zeit zu Kalkstein verfestigt. Die ursprünglich horizontale Ablagerung ist in der Schichtung des Gesteins bis heute erhalten geblieben. Während der alpinen Gebirgsbildung vor etwa 10 bis 35 Millionen Jahren zerbrachen die verfestigten Schichten in grosse Schollen, wurden übereinandergeschoben, gestaucht und gefaltet. Der Schollberg gehört zur Gonzen-Axen-Decke und bildet eine Aufwölbungsfalte. Im Süden, gegen das Steinbruchareal hin, fallen die Gesteinsschichten gegen das Rheintal ab.

KIBAG Schollberg Werk
Hochmoderne Produktionsmethoden halten Naturbelastungen auf einem Minimum.

Gesteinsbrocken aus dem Schollberg halten seit dem 15. Jahrhundert

Der geschichtliche Hintergrund unserer Anlage reicht weit zurück: Aktenkundig ist, dass bereits im 15. Jahrhundert am Schollberg Pfade und Wege gebaut wurden. Für die Zähmung des Rheins und zum Schutze von Hof und Flur benötigte man seit jeher grosse Mengen an Gesteinsbrocken. Alte Bauwerke sind Zeugnis, dass mit Schollbergmaterial Gebäude erstellt wurden, die über Jahrhunderte hinweg auch heute noch ihre Funktion erfüllen. Für das Gewerbe wurden Blöcke für die Herstellung von Sockeln, Grabsteinen, Hausteinen, Monumenten usw. gewonnen. Die heutige «KIBAG Baustoffe Schollberg AG» besitzt seit 1934 die Abbaurechte. 1986 wurde mit dem Untertage-Abbau begonnen.

Der Untertageabbau

Nachdem an der Hochwand im Laufe der Jahrhunderte mehr als eine Million Kubikmeter Gestein über Tag abgetragen wurde, entschloss man sich um das Jahr 1980 die Gewinnung von Rohstoffen für die Bauindustrie «unter Tag» zu verlegen. Die Gründe dafür waren primär umwelt- und gesellschaftsrelevante Aspekte wie:

  • Kein weiterer Abtrag des Schollbergs

  • Verminderung von Emissionen

  • Keine Waldrodungen mehr

Die Abbaukosten sind bei der bergmännischen Gewinnung unter Tag höher – die Sozialverträglichkeit aber grundsätzlich besser.

Abbau, Stabilität und Stollenklima

Vom Hauptstollen aus wird der Abbau in Nebenstollen vorangetrieben. Zwischen den Stollen bleiben Pfeiler im Ausmass von 20 mal 32 Meter bestehen. Das Gewölbe und die Seitenwände sind stabil und benötigen normalerweise keine zusätzlichen Befestigungsmassnahmen. Heikle Stellen im Gestein werden mit Spritzbeton gesichert oder umfahren. Vorgesehen ist ein Abbau in mehreren Etagen. Dafür ist eine Deckendicke von rund 20 Metern zwischen den Etagen geplant. Die Stabilität des Systems wird laufend überwacht. Durch die Einrichtung eines umfangreichen und sehr komplexen Lüftungssystems werden die Abbaufelder künstlich bewettert. Die Temperatur liegt ganzjährig im Bereich von 10 bis 13 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 90 bis 95 Prozent.

Rohmaterial 300 Meter aus dem Berg

Erfahren Sie hier mehr zur Gewinnung, Sprengung und Aufbereitung sowie über das Rohmaterial und dessen Verwendung. 

Kibag kalkstein schollberg karte

Eintauchen in den Berg: Führungen

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