Jahrzehntelang wurde der Kies in Birr direkt vor dem Werk abgebaut – doch diese Ressourcen sind inzwischen ausgeschöpft. Um die Versorgung langfristig zu sichern, wird der Abbau auf der anderen Strassenseite fortgesetzt. Hier stehen rund eine Million Kubikmeter Kies zur Verfügung, die mit modernster Fördertechnik ins Werk transportiert werden.
Nachhaltiger und effizienter Transport
«Der neue Tunnel und das Förderband sorgen für einen sicheren, emissionsarmen und effizienten Transport des Materials», erklärt Matthias Haab, Projektleiter. «Damit stellen wir die Materialversorgung für die nächsten acht bis zehn Jahre sicher.» Das rund 270 Meter lange Förderband im Tunnel und der Kiesgrube setzt auf recycelte Komponenten des bisherigen Fördersystems und wird mit einer neuen Antriebstation ergänzt. Auch das 80 Meter lange Zuführband zum Kieswerk mit der 55 Meter langen Förderbandbrücke wird weitgehend wiederverwendet und auf dem Gelände des Kieswerks neu positioniert.
Die Tunnelanlage ersetzt zehntausende LKW-Fahrten: Rund 60 000 Lastwagenfahrten wären nötig gewesen, um das gleiche Volumen an Kies zu transportieren – ein massiver ökologischer Gewinn.
Modernisierte Technik steigert Effizienz
Ein weiterer Meilenstein ist der neue Schwertwäscher, der im März installiert wurde. Als Herzstück des umgebauten Kieswerks verbessert er die Aufbereitungsleistung erheblich. «Durch die optimierte Verarbeitung des Rohmaterials reduzieren wir Materialverluste und steigern die Produktionsleistung», erläutert Thomas Ghelma, Regionalleiter der KIBAG Kies Birr. Dank der höheren Waschleistung können grössere Materialanteile genutzt werden, was den Anteil an Abfallmaterial deutlich reduziert.
Ein grosser Teil der bestehenden Anlagentechnik wurde in das neue System integriert: Komponenten wie Vorbrecher, Siebmaschine und Förderbandelemente wurden umgesetzt, um Ressourcen und Kosten zu sparen. Das Projekt erforderte eine sorgfältige Planung, bei der Alt- und Neubau kombiniert und modular vergeben wurden – technisch anspruchsvoll und nur dank eingespielter Partner realisierbar.
Ausgleichsmassnahmen als Teil der Unternehmensstrategie
Während auf der neuen Fläche bereits der Abbau beginnt, wird das bisherige Areal bis Ende Juli wieder aufgefüllt. Die eigentliche ökologische Aufwertung erfolgt am Rand eines angrenzenden Waldes – als Ausgleichsmassnahme. «Wir setzen uns aktiv für eine nachhaltige Nutzung unserer Ressourcen ein und sorgen dafür, dass die Natur ihren Platz zurückerhält», betont Thomas Ghelma.
Das dortige Aufwertungskonzept sieht eine extensiv bewirtschaftete Heuwiese mit blütenreichen Pflanzen wie Salbei, Esparsette und Margeriten vor. Eingestreute Niederhecken mit beerentragenden Sträuchern sowie Hochstamm-Obstbäume schaffen neue Lebensräume. Strukturelemente aus Steinen und Astmaterial dienen Amphibien, Kleinsäugern und Reptilien als Unterschlupf. Ein Kleingewässer bietet Wasserzugang für Wildtiere und Insekten; zusätzlich entstehen Habitate für Grasfrösche, Erdkröten und Molche.
Ein Blick in die Zukunft
Mit der Kombination aus geänderten Verhältnissen im Kiesabbaugebiet, effizienter Transporttechnik und sinnvoller Verbindung von bestehenden und neuen Anlagen verbindet die KIBAG Wirtschaftlichkeit mit ökologischem Verantwortungsbewusstsein. Der Tunnel mit den Förderbändern sichert den reibungslosen Betrieb, während modernisierte Anlagen die Aufbereitung optimieren. «Dieses Projekt zeigt, wie sich technologische Innovation und ökologische Verantwortung ergänzen», fasst Matthias Haab zusammen.