93 Erdwärmesonden für das Verwaltungszentrum am Guisanplatz

Auf dem Areal des Verwaltungszentrums Guisanplatz in Bern realisierte Geotherm in zwei Bauetappen 93 Erdwärmesonden mit einer Tiefe von je 300 Metern. Anspruchsvolle Bau­grundverhältnisse, komplexe Leitungsführungen und enge Platzverhältnisse stellten das Team vor besondere Herausforderungen. Die Bohr- und Anbindearbeiten wurden dennoch termin­gerecht und zur vollen Zufriedenheit der Bauherrschaft ausgeführt.

Im Auftrag des Bundesamts für Bauten und Logistik BBL heizen und kühlen 93 Erdwärmesonden das künftige Verwaltungsgebäude. Das Areal des Verwaltungszentrums, in dem rund 4000 Arbeitsplätze verschiedener Bundesämter konzentriert werden, liegt in einem heterogenen Umfeld zwischen Wohnquartieren, Fussballstadion, Allmend und Expo-Gelände. Hier entsteht in zwei Etappen ein durchlässiger und urbaner Stadtbaustein, der die rund um das Areal liegenden Quartiere zusammenführt. Bereits 2016 und 2017 durfte Geotherm die ersten Sondenfelder auf dem Areal des Verwaltungszentrums ausführen. Aufgrund der erfolgreich realisierten Arbeiten erhielten wir auch den Zuschlag für die zweite und letzte Etappe in diesem Jahr.

Zwei Etappen mit 93 Sonden

93 Erdwärmesonden mit einer Tiefe von 300 Metern wurden in zehn Sondenfelder aufgeteilt. Diese wurden jeweils über einen befahrbaren, vorgefertigten Kunststoffverteilerschacht bis in den zentralen Technikraum geführt. Die Bohrarbeiten der zweiten Etappe unter der Leitung von Didier Schafer wurden durch das Team von Gerhard Bühler fristgerecht und zur vollen Zufriedenheit der Bauherrschaft ausgeführt. Bei jeder Bohrung mussten fast 70 Meter temporäre Schutzverrohrung zur Stabilisierung der Bohrlochwand eingebaut werden.

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Herausfordernder Baugrund

Die Baugrund- und Grundwasserverhältnisse im gesamten Breitenrain-Quartier in Bern wurden von verschiedenen Gletschervorstössen und den Ablagerungen nach den Eiszeiten geprägt. Der vom Gletscher in flachen Wellen abgeschliffene Fels befindet sich im Bereich des Verwaltungszentrums Guisanplatz in rund 10 bis 16 Metern Tiefe unter dem heutigen Terrain. Auf dem Fels lagerten sich nach dem letzten Rückzug des Gletschers in flachen Vorlandseen mehrere Meter feinsandige bis siltige Rückstausedimente ab. Später wurden diese feinkörnigen Ablagerungen durch verzweigte Arme der Aare teilweise wieder erodiert und mit gröberem, sandigem bis kiesigem Material überdeckt, den sog. Felderschottern. Diese kiesige Schicht ist im Bereich des Verwaltungszentrums meist drei bis vier Meter mächtig. An ihrer Basis fliesst Grundwasser in einer nur wenige Meter dicken wasserführenden Schicht. Auch die darunterliegenden Sande sind bis hinunter zum kompakten Molassenfels aus Mergel und Sandstein mit Grundwasser gesättigt.

Komplexe Anbindung unter ­engen Platzverhältnissen

Die horizontale Anbindung erstellte das Team von Mathieu Buchs. Eine besondere Herausforderung beim Verlegen der Hauptleitungen waren die bestehenden Werkleitungen sowie die bestehenden und neuen Kanalisationen. Diese erforderten wiederholt aufwendige Querungen. Nach der erfolgreichen, über hundertstündigen Druckprüfung bildete die Befüllung des gesamten primären Kreislaufs mit 115 Kubikmetern demineralisiertem Wasser den Abschluss der Arbeiten.

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Nachhaltige Energie für 4000 Arbeitsplätze

Mit diesem Arealausbau wendet das BBL die Kriterien für nachhaltiges Bauen an, die im Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) Hochbau definiert sind. Sie berücksichtigen das Gebäude selbst ebenso wie den Standort und dessen Umfeld sowie die langfristige Energieeffizienz und Ressourcenschonung.

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Zahlen & Fakten

Technische Daten

  • 27 900 m Bohrmeter
  • 93 EWS à 300 m aus PN 100-RC, 
    DN 40 mm
  • 10 EWS-Verteilerschächte aus PE
  • 4000 m PE-Zuleitungen, DN 50 mm
  • 800 PE-Schweissungen
  • 115 000 Liter demineralisiertes Wasser
  • 2200 m3 Bohrschlamm

Mitarbeitende

  • Didier Schafer, Bauführung
  • Gerhard Bühler, Geräteführer
  • Kurt Kirchmann, Stv. Geräteführer
  • Christian Medina, Bohrmitarbeiter
  • Avridas Zilius, Bohrmitarbeiter
  • Mathieu Buchs, Leiter EWS-Anbindung
  • Pascal Brügger, Heizungsinstallateur
  • Xavier Waeber, EWS-Monteur