Operation am offenen Grundwasser-Herz 

Keine Maschinen, keine mögliche Verunreinigung: Beim Pilotprojekt mit der Wasserversorgung der Stadt Zürich musste ein neuer Sickerstreifen fürs Anreicherungsbecken weitgehend händisch ausgehoben werden. Nur der Schlauch des Saugbaggers brachte Erleichterung.  

Eintrag vom 02.09.2026

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Aktuell verfügt die Stadt Zürich über drei Anreichungsbecken für ihr Trinkwasser. Dort wird Wasser, zumeist aus der Limmat, in die Becken gepumpt und durch einen speziellen Filtersand dem Grundwasser zugeführt. Grundwasser wird dadurch angereichert, um Grundwasserstände zu sichern.  

Diese Becken sind rund 50 mal 80 Meter gross und ungedeckt. Entsprechend gross ist das Problem von Verunreinigungen durch Laub, Staub, Vögel und Algen sowie die Gefahr durch Verschmutzung von aussen. Derzeit prüft die Wasserversorgung der Stadt Zürich deshalb, ob ein kleinerer Filter-Streifen von nur einem Meter Breite, über den das Wasser anschliessend in den unterirdischen Sickerteppich  fliesst, eine bessere Lösung wäre. In einem Pilotprojekt beobachtet sie nun über zwei Jahre beim Hardhof ein neues Verfahren. 

Ein Sickerbecken mit weniger offener Fläche 

Projektleiter und Schnittstelle zwischen der Bauherrschaft und den Bauleuten war Raphael Bühler von der KIBAG Infra. «Eine grosse Herausforderung war der Bauplatz in einer sogenannten Schutzzone II, also im Umfeld dieser sensiblen Grundwasser-Reserven», erzählt er. Denn in diesen Bereich durften keinerlei Maschinen. Allein Schmiermittel können das Trinkwasser beispielsweise verunreinigen. Also: keine Hydraulik, kein Bagger, nicht mal ein Baggerarm dufte in den Beckenbereich hineinreichen. Der Kran, der ausserhalb des Beckens gestellt wurde, stand in einer wasserdichten Wanne, die restlichen Maschinen mussten abends jeweils den Bauperimeter verlassen. «Will heissen: Die Arbeiten im Becken selbst konnten nur von Hand oder via Saugbagger ausgeführt werden.» Auch die gesamte Baustelleninstallation sowie die Toitoi-WCs befanden sich, mit Ausnahme der Mannschaftsbaracke, auf dem Installationsplatz bei der Tramschleife Hard. Die zweite grosse Herausforderung war, dass ein solches oder ähnliches Projekt noch nie durchgeführt wurde und somit von der Planung bis zur Ausführung alles auf Annahmen beruhte. Während der Ausführung mussten der Projektablauf und die Baumethoden diverse Male angepasst werden.  

42 Winkelelemente à je 3.5 t 

Der etwa 3 x 85 Meter lange Aushubstreifen wurde faktisch von Hand geschaufelt, dies vom höchst professionellen und sorgfältigen KIBAG Team vom Tief- und Rückbau Zürich und von der Entwässerungstechnologie. Vorne wurde geschaufelt, hinten saugte der Bagger das Material aus dem Sickerstreifen über 40 Meter in den Saugbagger. Nach Erreichen der Aushubkote wurde ein spezielles Quarzfilterkies eingebracht und auf Höhe gebracht. Anschliessend folgten die Winkelelemente – insgesamt 42 davon, die eigens fürs Projekt angefertigt wurden, jedes einzelne mit einem Gewicht von 3.5 Tonnen. Hinzu kamen 56 Legoelemente, die für die Statik zur Beschwerung platziert wurden. Der Kran mit einer Ausladung von über 50 Metern kam dabei fast an sein Limit.   

Nach dem Versetzen der Winkelelemente wurde der Raum zwischen Winkelelement und Beckenrand mit weiterem Quarzfilterkies – einem Quarzmaterial aus Norddeutschland – befüllt. Das Kies erreichte die Baustelle in einzelnen Big Bags à je 0.7 Kubikmetern bzw. einer Tonne Gewicht. Insgesamt wurden rund 220 Tonnen Quarzfilterkies eingebracht. Der ausgehobene Sand wurde beckenseitig wieder aufgeschüttet. Beide neu geschaffenen Flächen mussten am Ende mit speziellen Vliesen bedeckt werden. Nach der Erstellung des Sickerstreifens wurde durch eine Drittfirma ein Dach auf die Kaskade montiert, anschliessend galt es, die Installationen rückzubauen und die geschützte Gartenlandschaft wieder in den ursprünglichen Zustand zu bringen. 

Arbeiten in der Schutzzone II heisst: Ausser Personal darf eigentlich nichts auf den Bauplatz

Raphael Bühler KIBAG Infra Projektleiter

Nun läuft das Pilotprojekt vorerst für ca. ein Jahr, bis man ein erstes Zwischenfazit zieht. Nach einem weiteren Jahr wird die Wasserversorgung Zürich entscheiden, ob sich dieser 1-Meter-Streifen bewährt, um 30’000 Kubikmeter Wasser pro Tag ins Grundwasser zu filtrieren. Falls das Verfahren die Erwartungen erfüllt, werden die zwei weiteren Aufbereitungsbecken ausgeschrieben. Und wer weiss: Vielleicht kann sich die KIBAG in Position bringen für den folgenden Auftrag. Die Bauherrschaft zeigte sich jedenfalls äusserst zufrieden und lobte das KIBAG Personal in den höchsten Tönen. Auch Raphi Bühler von der Infra und Jaqueline Summ von der Entwässerungstechnologie waren sich einig, dass die Zusammenarbeit sehr gut lief zwischen der Infra, der KIBAG Entwässerungstechnologie und dem tollen Team von Agron Ismaili vom Tief- und Rückbau der KIBAG Zürich

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