Sanieren statt kaschieren

Warum gibt es Altlasten, und welche Auswirkungen haben sogenannte PFAS? Diese Fragen beantwortet Felix Schraner, Leiter KIBAG RE BRC. Er erklärt, wie Altlastensanierungen ablaufen und welche Massnahmen für die nächste Generation ergriffen werden.

Eintrag vom 31.03.2026

«Jeder Stein in Zürich ist mindestens fünfmal umgekehrt worden», erzählt Felix Schraner. Deshalb finden sich bis heute Spuren aus jener Zeit. Die KIBAG RE BRC saniert Baugruben mit belasteten Materialien und sorgt für einen sauberen Baugrund. Felix Schraner gibt Einblick in die Tätigkeiten der KIBAG RE BRC und in die industrielle Geschichte der Schweiz.

 

Auf der Oberfläche oder im Untergrund

Was wir heute auf Baustellen antreffen, ist oft ein Spiegel früherer Jahrzehnte. Vieles, was damals als praktische Lösung galt, zeigt heute seine Folgen. Abfälle wurden bis in die 2000er-Jahre häufig direkt im Boden deponiert. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich um chemische Rückstände oder um gewöhnliche Abfälle handelte. Umweltauflagen waren weniger streng. Das Bewusstsein für langfristige Auswirkungen war entsprechend gering.

Ab den 1960er-Jahren hielten PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) Einzug in Industrie und Alltag. Ihre wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften machten sie vielseitig einsetzbar. Sie waren wirtschaftlich attraktiv. PFAS finden sich in beschichteten Verpackungen, in Textilien wie Regenjacken sowie in technischen Anwendungen. Auch Löschschäume enthalten diese Stoffe. «Diesen Abfall finden wir noch heute», sagt Felix Schraner.

Gerade ihre Beständigkeit machte PFAS lange Zeit wertvoll. Heute erschwert sie den Umgang mit diesen Stoffen. PFAS sind äusserst langlebig und lassen sich nur bei sehr hohen Temperaturen zerstören. Einen Ersatz mit vergleichbaren Eigenschaften zu entwickeln, der einfacher und umweltverträglich entsorgt werden kann, bleibt anspruchsvoll.

Folgen aus früheren Zeiten  

PFAS sind weitverbreitet. Deshalb tauchen sie bei Bauprojekten immer wieder auf, etwa in belasteten Böden oder in Materialien aus früheren Nutzungen. Solche Altlasten stellen ökologische und gesundheitliche Herausforderungen dar. Die KIBAG übernimmt in diesen Fällen die fachgerechte Sanierung und die Entsorgung der belasteten Materialien.

Jeder Stein in Zürich ist mindestens fünfmal umgekehrt worden.

Felix Schraner Leiter KIBAG RE BRC

Damals so, heute anders

Altlasten können ein gesundheitliches Risiko darstellen. Im Boden befinden sich teilweise noch zahlreiche Schadstoffe. In einzelnen Regionen der Schweiz treten beispielsweise Rückstände von Quecksilber auf. Das macht die Entsorgung besonders aufwendig.

Heute gelten strenge gesetzliche Vorgaben für Entsorgung und Recycling. Die KIBAG RE BRC setzt diese konsequent um und prüft genau, wie Materialien weiterverarbeitet oder entsorgt werden. Die gesetzlichen Anforderungen entwickeln sich laufend weiter. «Die Grenzwerte für öffentliche Spielplätze wurden erst kürzlich gesenkt. So ist die Belastung geringer», erklärt Felix Schraner.

Der sorgfältige Umgang mit belasteten Böden ist heute selbstverständlich. Die KIBAG trägt dazu bei, Baugrund sicher zu machen. Sie schützt Lebensräume und erhält Böden langfristig gesund.

Zahlen&Fakten

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS)

  • Seit den 1950er-Jahren industriell im Einsatz
  • Über 10 000 verschiedene PFAS-Verbindungen bekannt
  • Sehr langlebig – werden in der Umwelt kaum abgebaut
  • Thermisch stabil – Zerstörung erst bei sehr hohen Temperaturen
  • Wasser-, fett- und schmutzabweisend

Typische 
Anwendungen 

  • Löschschäume
  • Beschichtete Verpackungen
  • Outdoor-Textilien
  • Antihaft-Beschichtungen

Das könnte Sie auch interessieren