Daniel Bucher, Leiter Ausführung beim Wasser- und Spezialtiefbau, sagt: «Hier muss ein Team ans Werk, das sich mit solchen Gegebenheiten generell und der Schlitzwandtechnik im Besonderen auskennt.» Schlitzwände sind eine besondere Form der Baugrubensicherung. Dabei wird mit einem speziellen Greifer ein Schlitz ausgehoben, welcher mit einer Stützflüssigkeit – hier eine Bentonit-Suspension – vor dem Zusammenfallen geschützt wird. Anschliessend wird der Schlitz mit Beton gefüllt und bildet so eine umschliessende, eigentliche Wanne rund um die Baugrube. Das Verfahren ist aufwändig, zeit- und materialintensiv und somit natürlich teuer.
In der Schweiz gibt es nur wenige Unternehmen, die diese Technik beherrschen. Eines davon ist die KIBAG. Nach dem Projekt auf dem Giessenareal in Wädenswil und einem speziellen Schachtbauwerk in einer bestehenden Produktionshalle in Sennwald ist der Auftrag in Brüttisellen der dritte, den die KIBAG mit dem im 2022 integrierten Team umsetzt – und so natürlich eine weitere wertvolle Referenz für künftige Aufträge ins Portfolio schreibt.
«Bei diesem Projekt braucht es wirklich Profis – vom Planungsbüro bis hin zur Ausführung», sagt auch der Projektleiter Claudio Hofstetter. «Die hydrologischen Verhältnisse sind äusserst anspruchsvoll. Sollte ein Fehler passieren, ist im schlechtesten Fall mit beachtlichen Setzungen in der Umgebung zu rechnen. Das könnte zu Schäden bei umliegenden Gebäuden und Strassen führen.» Der W+S bringe aber die Kompetenz und Erfahrung mit, um das Projekt ohne Zwischenfälle zu stemmen.
Alles «nur» für die Baugrube
Die Arbeiten an der Schlitzwand konnten im Herbst 2025 abgeschlossen werden. Schon im August folgte der Start der Dichtsohle im Jettingverfahren, welche durch einen Subunternehmer erstellt wurde. Dicht darauf folgten die Fundationspfahlarbeiten im Schneckenortbeton-Verfahren, die Grundwasserabsenkung mittels Wellpoint sowie die Baugrubenaussteifungen aus Stahl. Alles Vorbereitungsarbeiten für den Baugrubenaushub, der seit Februar bis im Herbst 2026 läuft. Anschliessend startet der Hochbau. Der Bezug ist auf Anfang 2030 geplant.