«Wir machen das selbst»
Vom 27. Oktober bis 12. November 2025 haben 15 KIBAG Lernende im Wohn- und Pflegeheim Frienisberg Grosses geleistet: Sie planten, organisierten und realisierten eigenständig ein vielseitiges Bauprojekt.
Eintrag vom 14.01.2026
Vom 27. Oktober bis 12. November 2025 haben 15 KIBAG Lernende im Wohn- und Pflegeheim Frienisberg Grosses geleistet: Sie planten, organisierten und realisierten eigenständig ein vielseitiges Bauprojekt.
Eintrag vom 14.01.2026
Die Skizze entsteht direkt auf dem Tisch: von Hand gezeichnet mit Linien, Höhenangaben und Schnittdarstellungen. Gemeinsam mit dem Vorarbeiter Janick Waldmann überlegt Sevina, wie sie die neue Rampe bauen kann. Die Herausforderung: eine Steigung unter sechs Prozent einzuhalten, damit die Rampe hindernisfrei nutzbar ist. «Das ist meine Unterstützung für sie», sagt Janick. «Damit sie sich vorstellen kann, wie man vorgeht, was wichtig ist, und eigene Lösungen entwickelt.»
Die Rampe ist ein Teil eines umfangreichen Projekts: Rückbau im Klostergarten, das Betonieren eines grossen Tores, eine neue Terrasse mit massiven Stützmauern sowie Wege und Entwässerung. Die Baustelle wird ausschliesslich von Lernenden geführt. Es gibt drei Gruppen. Jede Gruppe hat eine Gruppenleitung im dritten Lehrjahr. Janick bereitete die Baustelle gründlich vor. «Es ist mir wichtig, dass sie Zeit haben, eigene Ideen zu entwickeln, und vor Ort Entscheidungen treffen, die fachlich korrekt, aber nicht stur nach Plan sind», erklärt er. «Es geht hier nicht ums reine Ausführen. Verstehen steht im Zentrum. Welche Normen gelten für Hindernisfreiheit? Wie entscheide ich zwischen Optik und Zweckmässigkeit? So läuft es tagtäglich auf jeder KIBAG Baustelle», sagt Janick Waldmann.
Es geht hier nicht ums reine Ausführen. Verstehen steht im Zentrum.
Es wird in kleinen Teams mit klaren Verantwortlichkeiten gearbeitet. Die Gruppenleitungen planen den Tag, bestellen Material, koordinieren Lieferungen und stimmen sich mit anderen Gruppen ab. «So lernen sie, Abläufe zu kombinieren und Leerläufe zu vermeiden», sagt Janick. Hilfreich ist ein Materialdienst: Ben-Sebastian Schneeberger führt Listen und sorgt dafür, dass das benötigte Werkzeug morgens bereitsteht. Die Lernenden erleben so Verantwortung hautnah. Sie treffen Entscheidungen, präsentieren der Bauleitung vor Ort Lösungen, erhalten Rückmeldungen und setzen ihre Ideen gleich um. «Die Freude ist gross, wenn die Bauherrschaft mehrere Varianten prüft und sich für eine ihrer Ideen entscheidet.»
Arbeitssicherheit hat oberste Priorität. Gleich zu Beginn gibt Janick Waldmann eine umfassende Einführung zu persönlicher Schutzausrüstung, Notfallkonzepten und Erste-Hilfe-Sets auf jeder Teilbaustelle. Das Umfeld erfordert zusätzliche Aufmerksamkeit. Das Heim ist Wohnort für ältere Menschen und Personen mit Alzheimer. «Deshalb ist es wichtig, dass sich alle an die Regeln halten und notfalls Stopp sagen, sollte jemand trotz Absperrungen die Baustelle betreten», betont Janick Waldmann. Die Lernenden meistern ihre Aufgabe bravourös. Das eingespielte Team liegt im Zeitplan. Manche Arbeiten dauern zwar etwas länger als vorgesehen, dafür ist man bei anderen Aufgaben dem Terminplan voraus. Gute Vorbereitung, eine durchdachte Gruppeneinteilung und hoch motivierte Lernende machen es möglich. Nils Gerber und Sven Ochsenbein freuen sich, dass die Lernenden am Schluss die Arbeiten erfolgreich abschliessen konnten und die Bauherrschaft mit dem Ergebnis mehr als zufrieden war.
100 Lernene machen bei der KIBAG eine Ausbildung. Vielleicht bald auch du?