Hattest du keinen Bammel vor der Abreise?
Überhaupt nicht. Ich bin schon seit Jahren im Cevi aktiv, fuhr schon mit acht Jahren ins Lager. Ich habe auch immer leicht Freunde gefunden. Ich war überzeugt, das ist eine gute Sache.
Wie sah das Jahr dann aus?
In Irland lebte ich in Tralee, einer Kleinstadt an der Südwestküste. Im Praktikum bin bei einer Badewannenfirma gelandet. Am Anfang nahm ich vor allem Anrufe entgegen. Mit dem Englisch war es die ersten zwei Wochen sehr schwer, aber ich kam dann sehr schnell rein. Bei der Gastfamilie hatte ich es fast besser als zuhause (sie lacht)! Nur eine Kleinigkeit lief schief: Ich bin keine grosse Tierliebhaberin und wollte eigentlich eine Familie ohne Haustiere. Dann war dann aber doch ein Hund da. Das war am Anfang ein Schock. Am Ende entstand aber eine richtiggehende Freundschaft zum Hund.
Im Winter zogst du direkt weiter nach Frankreich, in dein zweites Praktikum.
Richtig, ich wohnte in Bordeaux. Das war dann schon etwas anders: nach dem beschaulichen Tralee direkt in die Grossstadt, wo es doch etwas gefährlicher ist. Gleichzeitig hatte die Stadt auch mehr zu bieten, z.B. schöne Parks, E-Trottis, viele Museen. Mein Praktikum war an einem Marktstand; dort kochte ich Pasta.
Was hast du gelernt über dieses Jahr?
Über alles? Irland und Frankreich kann man nicht vergleichen. In Irland habe ich in einem Frauenteam Rugby gespielt, das war toll! In Frankreich lernte ich skaten.
Was nimmst du mit aus diesem Jahr?
Die Erinnerung an die coole Zeit mit den Gastfamilien! Man kann es überall gut haben auf der Welt, überall Freunde und den inneren Frieden finden. Und natürlich die verbesserten Sprachkenntnisse.
Dein Tipp an Lernende, die vielleicht auch mit einem Auslandsaufenthalt liebäugeln?
Machs! Diese Chance bekommst du nie mehr! Und hab keine Angst, du findest auch dort Kollegen. Und wenn es nicht geht in der Gastfamilie, dann wechselst du halt.
Wie gehts es nun weiter?
Im Sommer 2025 mache ich den Lehrabschluss – halt nach vier Jahren statt den üblichen drei. Und ich studiere an einer Zweitlehre als Koch herum. Ich habe eine Stelle in Aussicht in einem Berghotel in Österreich. Ich bin schon angefixt vom Reisen. Und freue mich dort auf Kaiserschmarrn und Schnitzel.