Nach mehrjähriger Planungsphase ist die KIBAG seit August 2025 beim Projekt INTEGRASquare Wallisellen tätig. Auf dem Areal entstehen drei Hochhäuser, die trotz schwierigem Baugrund zwei Untergeschosse erhalten.
Vom Hochbau zum Tiefbau
Lukas Schwalm war ursprünglich im Hochbau tätig. Nach einer Weltreise mit Einsätzen in Hilfsprojekten in Sri Lanka, Äthiopien und Kaschmir wechselte er in den Tiefbau. Was ihn am Tiefbau begeistert? «Im Tiefbau denkt man gross, nicht in Eimern, sondern in Lastwagenladungen. Und trotzdem zählt jeder Zentimeter.»
KIBAG Winterthur und KIBAG W+S im Einsatz
Projekt, das ich in meinen acht Jahren bei der KIBAG begleitet habe», sagt Bauführer Lukas Schwalm. Die Baustelle misst rund 150 × 65 Meter – grösser als ein Fussballfeld – und umfasst rund 75 000 Kubikmeter Aushub. Diese Menge entspricht etwa 6000 Lastwagenladungen oder dem Volumen von rund 300 Einfamilienhauskellern. Rückbau, Aushub und Spezialtiefbau erfolgen durch verschiedene Teams. KIBAG Winterthur und KIBAG W+S arbeiten als KIBAG United eng zusammen.
Digitalisierung als Unterstützung
In den vergangenen Jahren hat sich vieles verändert. «Vor zwölf Jahren war die Schadstoffsanierung kaum ein Thema. Heute startet kein Projekt ohne vorgängigen Gebäudecheck», so Schwalm. Auch die Digitalisierung erleichtert den Arbeitsalltag: «Neue Plandaten stehen dank KIBAG Infra oft noch am selben Tag digital zur Verfügung – das spart Wege und Zeit.»
Koordination als Erfolgsfaktor
Die Schnittstellen im Spezialtiefbau koordiniert Daniel Bucher, Leiter Ausführung KIBAG W+S. «Daniel Bucher und ich stimmen uns regelmässig ab. Er kennt das Projekt bis ins Detail und behält den Überblick», so Lukas Schwalm. Während er mit seinem Team um Polier Demetrio Fusco derzeit den Rückbau, die Führungsmauern für die Schlitzwände und das Bohrplanum realisiert, bereitet KIBAG W+S unter der Leitung von Daniel Bucher den Spezialtiefbau mit den Schlitzwänden vor. «Wir arbeiten lösungsorientiert, kommunizieren offen und unterstützen einander.»
Ruhe trotz Herausforderungen
Trotz hoher Anforderungen bleibt Schwalm gelassen. «Wenn ich mittags mit meinen Kindern am Tisch sitze, wird mir bewusst: Es sind alles lösbare Aufgaben.» Das Projekt INTEGRASquare zeigt: Komplexe Projekte lassen sich nicht mit Maschinen allein bewältigen – entscheidend sind Menschen mit Verantwortung, Übersicht und Vertrauen.
Technisch anspruchsvolle Rahmenbedingungen
Die Baugrube ist zehn Meter tief und liegt direkt neben bestehenden Gebäuden und in unmittelbarer Nähe zur Bahnlinie. «Das verlangt spezielle bauliche Massnahmen», erklärt Lukas Schwalm. Ein Schutzgerüst trennt die Baugrube von der SBB-Infrastruktur. Zudem schreibt der Kanton Zürich ab einer Aushubmenge von 25 000 Kubikmetern den Abtransport per Bahn vor. Diese Auflage stellt logistisch und zeitlich eine echte Knacknuss dar.
Paralleles Arbeiten unter Termindruck
Für den erfolgreichen Verlauf des Gesamtprojekts müssen die Arbeiten für die Baugrube bis Oktober 2026 abgeschlossen sein. Der Zeitplan erfordert, dass mehrere Prozesse parallel laufen, darunter Rückbau, Schutzgerüst, Altlastensanierung, Wellpoint und die Vorbereitung der Schlitzwände. Je nach Bauphase arbeiten täglich rund zehn bis fünfzehn Personen auf der Baustelle.
Zusätzliche Koordination durch Geothermie
Ein weiterer Bestandteil ist der Einbau der Geothermieanlagen. Bevor der letzte Aushub erfolgt, werden die Erdwärmesonden gebohrt. Erst danach kann die Sauberkeitsschicht eingebracht und die Baugrube abgeschlossen werden. «Die Geothermie ist eine zusätzliche Schnittstelle, die genügend Zeit benötigt.»