Messen, was zählt

Was macht ein Vermessungsteam eigentlich genau? Wer Martin Endler zuhört, merkt schnell: Es geht um mehr als nur um Zahlen und Koordinaten. Es geht um Verantwortung, Vertrauen und eine grosse Portion Technikbegeisterung. «Wir bereiten sämtliche Vermessungsdaten für die Bauausführung auf. Aus oft sehr einfachen und wenig informativen 2D-Plänen erstellen wir hochwertige 3D-Modelle, mit denen Poliere, Maschinisten und Vorarbeiter präzise arbeiten können», erklärt der Bereichsleiter.

Entrée de 03.01.2026

Vermessung titelbild blog KIB4542

Die Bedeutung ihrer Arbeit ist enorm. Ohne korrekte Daten kann draussen nichts gebaut werden. «Wenn wir etwas falsch liefern, wird es rasch teuer. Kein Datensatz verlässt das Büro ungeprüft.» Diese Haltung zahlt sich aus. «In den dreizehn Jahren, die ich bei der KIBAG bin, ist uns kein gravierender Fehler unterlaufen», sagt Martin Endler nicht ohne Stolz. 

Rund 400 Baustellen bereitet das Vermessungstechnik-Team pro Jahr vor. «Das sind zwei pro Arbeitstag», rechnet Endler vor. Er und sein Team sind Allrounder und allesamt ausgebildete Geomatikerinnen, Techniker und Ingenieurinnen.

Viele vermessungstechnische Aufgaben auf der Baustelle waren vor wenigen Jahren ausschliesslich die Domäne unserer Berufsgattung. Moderne Bauvermessung bedeutet für uns aber, dass diese Arbeiten von den Baumannschaften selbstständig und fehlerfrei übernommen werden können. Dazu ist es notwendig, unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort intensiv im Umgang mit den benötigten Vermessungssensoren zu schulen und ihnen jederzeit unterstützend zur Seite zu stehen.

«Ebenso haben wir einen Gerätepool mit Tachymetern, GPS-Sensoren und 3D-Maschinensteuerungen aufgebaut, die wir vermieten.» Was anfangs auf Skepsis stiess, ist heute ein Erfolgsmodell. «Die Leute draussen vertrauen uns. Sie sehen auf dem Display ganz genau, wo sie im Projekt stehen und welche Arbeiten ausgeführt werden, sei es mit ihrer Maschine oder mit dem Lotstab ihres Vermessungssensors.»

Diese technische Entwicklung spielt dem Team in die Karten. «Die Geräte sind benutzerfreundlich geworden, die Bedienung ist einfach», sagt er. «Die visuelle Darstellung auf dem Display schafft Vertrauen.» Gewisse Spezialgebiete oder Aufgaben mit höheren Genauigkeitsanforderungen erfordern neben unserer Baustellenpräsenz ein vertieftes Know-how. «Wir machen zum Beispiel auch Deformationsmessungen an Baugruben, Drohnenflüge, Laserscanning sowie Echolot- und Georadarmessungen. In jedem Fachbereich sind mindestens zwei Teammitglieder spezialisiert.»

In der Schweiz gibt es kaum ein anderes Unternehmen, das in dieser Grösse Vermessungswissen direkt auf die Baumannschaften überträgt. Das ist einzigartig.

Martin Endler Geomatikingenieur

Ein spannender Bereich ist weiterhin noch die 3D-Maschinensteuerung. «Wir liefern die Daten für 3D-Fräsen, Gleitschalungsfertiger oder Asphaltfertiger. Die Maschinen werden mit Vermessungssensoren und Prismen versehen, unsere Tachymeter messen deren Positionen in Echtzeit, und die Daten werden mit der Maschine synchronisiert. So weiss der Maschinist jederzeit, auf welcher Höhe und mit welcher Neigung die Bohle der Maschine exakt arbeiten muss.» 

Und dann ist da noch das Thema Planungsdaten. Endler spricht Klartext: «Was wir machen, sollte eigentlich der Planer liefern. Aber oft sind die Daten – sagen wir – rudimentär. Die Georeferenzierung fehlt, Pläne sind gedreht, verschoben oder skaliert, wichtige Informationen sind unzureichend. Wir müssen das alles zuerst prüfen, nachführen und anpassen. Das nimmt einen grossen Teil unserer Arbeit in Anspruch. «In der Planungsphase kommt es oft vor: Kaum haben wir ein Modell aufgebaut, kommt ein neuer Plan. Mit dieser Sisyphusarbeit müssen wir leben. Das braucht manchmal Nerven.»

Trotzdem bleibt die Leidenschaft. «Wir sind alle technikaffin. Was uns auszeichnet, sind der Drang nach Präzision und die Freude daran, wenn es draussen funktioniert.» Die KIBAG profitiert davon in besonderer Weise: «In der Schweiz gibt es kaum ein anderes Unternehmen, das in dieser Grösse Vermessungswissen direkt auf die Baumannschaften überträgt. Das ist einzigartig.»

Für Martin Endler ist klar: Der Beruf verlangt Know-how, Fingerspitzengefühl und Teamgeist. «Man muss mitdenken. Nicht nur mitarbeiten», sagt er. «Wir arbeiten nicht allein am Bildschirm. Wir sind im engen Austausch mit der Baustelle. Und wir übernehmen Verantwortung für das, was draussen passiert.»

Was vermessen wird, ist das eine. Wie man es vermittelt, ist entscheidend. Darin ist die Vermessungsabteilung der KIBAG messbar stark.

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