Ein voll funktionales Betonwerk direkt an - oder besser: in - der Baustelle: Das ist das temporäre Betonwerk im Gotthardtunnel. Eine technische und logistische Meisterleistung, made by KIBAG. Das Betonwerkist während der Bauarbeiten für die "2. Röhre" im Betrieb und wird voraussichtlich Ende 2028 wieder zurückgebaut.
Entrée de 17.03.2026
Das KIBAG Betonwerk im Gotthard-Tunnel, installiert und betriebsbereit
Der erste Gotthard Strassentunnel wurde während der Jahre 1970 bis 1980 erbaut. Mit einer Länge von rund 16,9 Kilometern ist er der längste Strassentunnel in den Alpen und der viertlängste Strassentunnel der Welt. Aufgrund des Volksentscheids «2. Röhre» wurden im Jahr 2022 nach mehrjähriger Planung die Hauptbaulose für die Tunnelerstellung Nord und Süd vergeben. Die ARGE «secondo tubo», bestehend aus Implenia und Frutiger, bekam den Zuschlag für das Hauptlos Nord, Los 241. Die Länge beträgt 7,9 Kilometer.
Eine knifflige Angelegenheit
Der Anlagenbau bringt einige Herausforderungen mit sich, da in der Kaverne permanent für rund drei Tage Material (Kies, Zusatzmittel, Zement) als Lagerkapazität zur Verfügung stehen muss. Dies aufgrund der speziellen Lage. Ausserhalb des Berges ist zu wenig Platz vorhanden, und die Lawinengefahr lässt keine freistehende Anlage zu. Durch die vorgegebene Abmessung des Produktionsstollens (124 Meter lang, 17 Meter breit, 15 Meter hoch), war es eine knifflige Aufgabe, die gesamte Anlage inklusive Fahrmischer-Waschplatz und Bojaken-Presse unterzubringen. Die Betriebstechnik konnte jedoch für jede neue Herausforderung eine passende Lösung finden. Die Zusammenarbeit mit der Anlagenlieferantin SIMEM aus Lindau, mit der wir zuvor noch nie ein Projekt realisiert haben, verläuft bis jetzt sehr gut, und die ARGE bietet auch konstruktive Hilfe, was vieles vereinfacht.
Anlieferung per Bahn
Die gesamten Zuschlagstoffe (Kies, Perlkies) und Bindemittel (Zement) werden mit der Bahn angeliefert. Dafür werden ein Zementablad mit vier Abladestationen und eine Kiesabladegosse erstellt, welche die gefor-derten Mengen das ganze Jahr durch fördern kann. Dabei wird die Bahngosse eingehaust und der Kompressor für den Zementablad entsprechend schallgedämmt, um die Lärm- und Staubbelastung zu vermindern. Wir haben das Werk schlüsselfertig bei S IMEM bestellt, welche wiederum die Schweizer Firma Karl Kamer mit der Montage und Inbetriebnahme beauftragt hat.
Der Abrissvorhang im Einsatz zum Schutz der Verkehrsteilnehmer
«Die engen Platzverhältnisse waren die grosse Herausforderung», fasst Polier Meinel denn auch zusammen. Hinzu kam die Anbindung an drei bestehende Gebäude: Diese wurden sorgfältig getrennt und natürlich wetterfest isoliert. Bis jetzt konnte das Bauprogramm aber souverän eingehalten werden, dies auch dank der präzisen und routinierten Arbeitsweise unseres Maschinisten Telmo Da Graça. Pünktlich zu den Weihnachtsferien war der Rückbau abgeschlossen. Seit dem neuen Jahr arbeitet KZT nun am Rückbau der Kellergeschosse; parallel dazu laufen verschiedene Vorbereitungsmassnahmen für die Baugrube: Rühlwandträger werden eingebracht, und bevor es mit den Bohrungen für die Stahlträger losgehen konnte, musste das Starkstromkabel entlang der Hohlstrasse freigelegt werden, dies wieder mittels Saugbagger. Ab dann geht es so richtig in die Tiefe. 26 000 Kubikmeter Aushub, Mischabbruch und Beton werden zusätzlich anfallen, bevor der letzte KIBAG Bagger die Baustelle verlassen kann. Ab März 2026 wird der Baumeister parallel zu unseren Arbeiten starten, und wir übergeben die Etappen Schritt für Schritt. Im Sommer 2027 startet dann die Vermietung, im Juli 2028 soll der Bezug erfolgen.
DIE HERAUSFORDERUNGEN WAREN INFOLGE DER BAUZEIT UND PLATZVERHÄLTNISSE ENORM. VERGLEICHBARE PROJEKTE GAB ES BISHER NICHT.