Ein Fachwerkelement der anderen Art

In Einsiedeln entsteht im Gebiet Kobiboden eine grosse Erweiterung einer Maschinenfabrik. Um die Nutzung möglichst flexibel zu halten, kam über der Lastwagen-Einfahrt ein Fachwerkelement aus UHFB zum Einsatz.

Entrée de 30.12.2024

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Wenn man von Fachwerk spricht, kommen einem landläufig traditionelle Riegelhäuser im ländlichen Gebiet in den Sinn. Doch hier entstand ein Fachwerkelement aus Ultra-Hochleistungs-Faserverbundbaustoff, kurz UHFB. Die hohe Festigkeit des Materials erlaubt Bauten, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Für Peter Gort, Leiter Spezialprodukte, war das Projekt von der verbauten Materialmenge her keine Besonderheit. Aber: «Die Anwendung in dieser Fachwerksbauweise war natürlich aussergewöhnlich.»

Aber warum konstruierte man das Element nicht einfach aus Stahl? Der verantwortliche Ingenieur Edgar Kälin erklärt: «Eine Stahlkonstruktion hätte man wegen des Brandschutzes komplett verkleiden müssen. So hatten wir insgesamt eine kostengünstigere und einfacher umsetzbare Lösung.»

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Die Anwendung in dieser Fachwerksbauweise war als Projekt aussergewöhnlich.

Das Fachwerkelement wurde liegend vorfabriziert. Das Element wurde auf der Baustelle gegossen. Stahl ist natürlich auch in diesem Element drin; das Unterfliessen lief problemlos, die Sorgen diesbezüglich erwiesen sich als unbegründet. Ein Kran hob das 40 Tonnen schwere Bauteil schliesslich an seinen Bestimmungsort, wo es in die Betondecken integriert wird. Künftig wird sich das Fachwerk über zwei Stockwerke erstrecken. Unten überspannt es eine 25 Meter weit gespannte Einfahrt für die Lastwagen, darüber ermöglicht es eine äusserst flexible Nutzung der Obergeschosse. Wenn das Wetter mitspielt, sind die Rohbauarbeiten bis Ende Jahr abgeschlossen. Im nächsten Frühling wird der Neubau mit einer 70 Meter langen UHFB-Brücke mit dem benachbarten Restaurant «Gastrosilo» verbunden. Der vom Architekturbüro WPP AG geplante Neubau der Maschinenfabrik HLM AG im Kobiboden soll bis Ende 2025 fertiggestellt werden.

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