Mit Helm und Neugier durch die Kiesgrube

Wie funktioniert eine Kiesgrube? Und wofür wird Kies überhaupt genutzt? Die Kinder des Schulhauses Triemli aus Zürich erfuhren im Rahmen ihrer Projektwoche zum Thema Bauen, warum der Kiesabbau für die Schweiz unerlässlich ist. Und was eine Kiesgrube mit Naturschutz zu tun hat.

Eintrag vom 20.08.2025

KIBAG schule kieswerk 1

Und dann war es vorbei mit der Ruhe im beschaulichen Neuheim im Kanton Zug: Gegen 9 Uhr spuckte der Car, sonst der Mannschaftsbus des FC Winterthur, fast 40 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren aus. Über drei Tage waren Kinder der ersten bis sechsten Klasse der Schule Triemli im Rahmen ihrer Projektwoche in gemischten Gruppen in der Kiesgrube Neuheim unterwegs. Nachdem alle mit Sicherheitswesten und Helmen ausgerüstet waren, ging die Expedition auch schon los.

Früher Gletscher, heute Grube, morgen Wiese

An verschiedenen Stationen beleuchteten die Tourguides Monica Vogel, Marina von Tscharner und Thomas Achermann verschiedene Themen rund um die Kiesgewinnung, die Betonproduktion und den Naturschutz. Die Arbeiten in der Kiesgrube waren auch während der Führung in vollem Gang. So konnten die Kinder zusehen, wie der Kiesabbau und die Wiederauffüllung funktionieren. Die Kinder staunten über die grüne Fläche nebenan, auf der nun Landwirtschaft betrieben wird, jedoch eine Zeit lang eine Grube war, die wieder aufgefüllt wurde. Ein kleiner Exkurs in die Eiszeit erklärte, woher der Kies kommt.

KIBAG schule kieswerk 2

Der Kies stammt noch aus der Eiszeit.

Monica Vogel Projektleiterin Ressourcen

Wie Kuchen backen nach Rezept

Wie kommt nun der Kies aus dem Boden und wozu wird dieser gebraucht? Und wie wird er zu Beton? Monica Vogel, Projektleiterin in der Abteilung Ressourcen, verglich die Betonproduktion mit dem Backen eines Kuchens, wo man üblicherweise auch exakt nach Rezept vorgeht. «Doch warum sind Betonwände meistens ebenmässig grau?», wollte eine Sechstklässlerin wissen. Denn in den geschnittenen und geschliffenen Betonwürfeln, die Monica Vogel als Anschauungsbeispiele präsentierte, erkannte man gut die groben Steine im Beton. «Und ist der Boden im Landesmuseum von der KIBAG?», war die Folgefrage eines Viertklässlers. Der sehe nämlich genauso aus wie der besagte Würfel. Monica Vogel freute sich über die aktive Gruppe und beantwortete jede Frage altersgerecht und mit Witz.

KIBAG schule kieswerk 3

Wichtiger Lebensraum

Was bei der Gruppe vor allem Eindruck hinterliess, war der Besuch des grossen Weihers in der Grube. Dort quaken aktuell die Frösche und zappeln Kaulquappen. Grau- und Uferschwalben jagen nach Insekten. Neben der Tatsache, dass die bedrohte Gelbbauchunke in der Kiesgrube einen seltenen Lebensraum vorfindet, interessierten sich die Kinder auch dafür, dass diese giftig und «eine unglaubliche Diva» ist, was die Wahl ihres bevorzugten Teiches angeht. Zusätzlich beschäftigten vor allem die jüngeren Kinder überraschende Fragen: Warum fahren die Autos in der Grube ohne Nummern herum? Wie schwer ist ein Radlader? Und warum war der Reisecar der vom FC Winterthur und nicht der des FCZ wie am Tag zuvor? Um 11.15 Uhr bestieg die lebhafte Gruppe wieder den Bus und trat ihre Reise zurück nach Zürich an. So endete für die Guides Monica, Marina und Thomas ein intensiver Halbtag, dies im Wissen, den Kindern einen kleinen Einblick in die grosse Welt der Kies und Betonproduktion geboten zu haben.

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