Ein Tag bei der KIBAG RE 

Ein Kommen und Gehen, den ganzen Tag lang: In Regensdorf liefert ein Lastwagen nach dem anderen Aushubmaterial; ein Saugfahrzeug mit Bohrschlamm fährt vor. Und alles will wieder aufbereitet werden. So sieht ein Tag bei der KIBAG Recycling und Entsorgung (RE) aus. 

Eintrag vom 06.06.2024

KIBAG RE recycling uebersicht

5 Uhr: Das Areal erwacht. Bei einem Kaffee halten die Werkleiter bereits zwischen 5 und 5.30 Uhr ihren Jour fix ab.  

6 Uhr: Die Betonproduktion fährt hoch und beginnt mit Mischen. Ab dann ist auch die Werksdisposition in Betrieb. Die Dispo: Das ist der Ort am Eingang des Areals in Regensdorf, wo alle Fäden zusammenlaufen. Grosse Bildschirme, Videoübertragungen aus allen Ecken des Areals, Blick auf die Lastwagen auf der Waage und in der Einfahrt und gleichzeitig Chauffeure am Empfangsschalter: Wenn in der Dispo nicht alles rund läuft, sind alle anderen verloren auf dem Werkplatz. Sämtliche Information laufen bei Vegim Kaliji, Miratip «Tipo» Estrefi und Francisco Mendes zusammen. Jeweils zwei von ihnen arbeiten jeweils zwei Wochen in der Disposition, in der dritten Woche stehen sie im Aussendienst und nehmen Reparaturen an den Anlagen vor. Ihr Jobprofil? Sie sind IT- und Materialspezialisten, haben eine Ahnung von rechtlichen Fragen in Bezug auf Fahrzeiten oder Gefahrenstufen von Aushub, sie können Maschinen fahren und sind Schlosser zum Flicken einer Betonanlage. Alles in einer Person.

6.15 Uhr: Der erste Pneulader startet mit dem Beschicken der Anlage.  

Es sind die interessantesten 48'000 m2 der Schweiz.

Urs Fischer Leiter RC-Werke

6.30 bis 7 Uhr: Die anderen Anlagen auf dem Areal nehmen den Betrieb auf. Auf dem Platz in Regensdorf, einem Areal von 48'000 Quadratmetern, sind eigentlich vier Betriebe vereint: die beiden Aufbereitungsanlagen für unbelasteten und für kontaminierten Aushub, selbstverständlich als einzelne Betriebe strikt voneinander getrennt, die Schlammannahme, die Bohrschlämme annimmt und als Abfallprodukt die Filterkuchen produziert, und das Betonwerk, das aus dem aufbereiteten Aushub und aus Primärstoffen Beton produziert. Ausserdem werden in Regensdorf zwei Anlagen der Firma Neustark betrieben, die Recycling-Baustoffe mit CO2 aus der Atmosphäre anreichern.  

7 Uhr: Die Anlieferung öffnet für die Schlammannahme und für mineralische Bauabfälle. Oft sind dies LKWs, die vom Abend zuvor noch geladen waren.  

Man hantiert hier mit CO2, mit Wasser, mit chemisch verschmutzten Abfällen, mit Schlämmen – was gibt es Spannenderes?

Felix Schraner Geschäftsführer KIBAG RE BRC

7.30 Uhr: Wenn der Betrieb etwas läuft, starten die Kontrolltätigkeiten: Wird die Arbeitssicherheit eingehalten – auch die von Externen wie Chauffeuren, Installateuren und Besuchern? Funktionieren die Anlagen störungsfrei? Stimmt die Materialqualität, die reinkommt und die rausgeht? Leiter RC-Werke Urs Fischer macht ausserdem Personalplanung, holt Bewilligungen ein für Nachteinsätze, wenn beispielsweise Material aus Gleisabbrüchen, dem Autobahnbau oder vom Flughafen geliefert werden müssen. Bewilligungen, Anwohnerinfo, Instruktion der Werkleiter – eine sorgfältige Planung ist essenziell für den reibungslosen Betrieb – und aufwändig.   

Bis 16.30 Uhr: Die Werkleiter Simon Palz, Miratip «Tipo» Istrefi, Andreas «Albo» Albers und Enver Fazlija sorgen dafür, dass der Betrieb einwandfrei läuft. Urs Fischer sagt dazu: kontrollieren, korrigieren, Konsequenzen treffen. Es geht um den Unterhalt von Areal, Anlagen und Maschinen: In Betrieb sind etwa 100 Pumpen allein fürs Wasser, unzählige Elektromotoren, 20 Kilometer Wasserleitungen, zwölf Baumaschinen – eine immense Aufgabe im Werkunterhalt. Ebenso zentral sind die Emissionsvorkehrungen: Man ist drum besorgt, dass nichts staubt, nichts raucht, nichts stinkt. Einmal pro Tag wird das Areal gewischt und gewaschen. Allein der Wasserhaushalt ist gigantisch. Alles Wasser, das auf dem Areal ist, wird gehalten, kein Tropfen darf raus. 

16.30 Uhr: Das Tor wird (eigentlich) geschlossen, die Anlieferung ist somit zu. Anschliessend wird aufgeräumt und geputzt. Mit einem Besen am Pneulader wird alles gewischt, ein Traktor wäscht mit Hochdruckwasser den ganzen Platz.  

18 Uhr: Ein langer Tag geht zu Ende. Bis dahin lief der Betrieb durchgehend: Auch über Mittag wird Beton produziert, die Schlammanlieferung steht ganztags offen.  Nur Kippen darf man über Mittag nicht, dies wegen der Nachbarschaft. 

18.05 Uhr: Schlussbesprechung der Werkleiter. Was ist noch tun, sind Nachtlieferungen geplant? Dies, «um die Nacht oder das Wochenende zu überleben», wie Urs Fischer es formuliert. 

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