Wasserbau an schönster Lage

Im Schwellenmätteli Bern werden im Oktober und November rund 30 000m3 Kies ausgebaggert. Eine Massnahme, die alle zwei Jahre nötig ist, damit die Aare bei Hochwasserstand besser abfliessen kann.

Eintrag vom 21.10.2025

Etliche Fussgänger auf der Kirchenfeldbrücke in Bern halten inne und beobachten in der Tiefe unsere blauen Baumaschinen, die in diesen Wochen Unmengen von Kies bewegen und ausbaggern. Es ist in der Tat eindrücklich, denn die Aare, die sich normalerweise hier ein sehr breites Flussbett erschaffen hat, sieht nun eher wie ein unbedeutender Nebenfluss aus. Stattdessen ist mitten im Fluss eine eindrückliche Kiesplattform entstanden.

Überschüssiger Kies

Seit über zwanzig Jahren wird im Schwellenmätteli immer wieder Kies entnommen. Dies ist zwingend nötig, da zwischen Thun und Bern im verbauten und begradigten Flussbett die Fliessgeschwindigkeit der Aare hoch ist und bei zusätzlich starkem Regen viel Kies losgelöst und den Fluss heruntergetragen wird. Trotz der 65 Schwellen beziehungsweise Schleusen, die sich hier befinden, bilden diese kein Hindernis für Kies. Nur grössere Holzteile oder Baumstämme werden aufgehalten. Somit werden hier Unmengen von Kies angespült und abgelagert. Dieser Kies muss raus, damit die Aare besser abfliessen kann und die angrenzenden Quartiere bei Hochwasser nicht überschwemmt werden.

Mit Schwimmweste ausgerüstet

Die zwei 35-Tonnen-Bagger fahren vorsichtig auf der zuvor aufbereiteten Kiespiste vor. Zuweilen befinden sich die Bagger sogar im seichten Fluss – nicht auszudenken, wenn ein solches Fahrzeug abgleiten und die Aare einen Bagger mitreissen würde. Die drei Maschinisten vor Ort sind aber Top-Spezialisten und mit Schwimmwesten ausgerüstet – eine Vorschrift bei Bauarbeiten in unmittelbarer Wassernähe. Die aufgeschichtete Kies-Plattform dient den Baggern zur eigentlichen Kiesentnahme als eine Art Arbeitsplateau. Während der Intensivbauphase von Mitte Oktober bis Mitte November werden hier 30 000 m3 Kies entnommen und abtransportiert. Vor dem Abtransport ruht das ausgebaggerte Material für 24 Stunden vor Ort, damit es trocknen kann. Etwa ein Drittel dieser Kiesmassen wird für eine temporäre Baupiste eines weiteren Hochwasserschutzprojekts im nahe gelegenen Gaswerkareal verwendet. Ein weiteres Drittel findet Verwendung für zwei Bauprojekte im Raum Bern. Der Rest steht der KIBAG zum Weiterverkauf zur Verfügung.

Im Minutentakt

Jogger und Spaziergänger, die sich in diesen Herbsttagen auf dem Uferweg befinden, bleiben zuweilen stehen und verfolgen die imposanten Arbeiten. Alles scheint reibungslos und aufeinander abgestimmt zu funktionieren. Während unsere Bagger-Maschinisten Michael Galliker und Markus Schenk unermüdlich den Kies aus dem Fluss schöpfen, hebt Roy Reinmann mit dem Pneulader nonstop die aufgehäuften Steine auf die Lastwagen. Diese fahren im 3-Minuten-Takt vor und schaffen es, täglich zwischen 1500 und 2000 m3 Kies abzutransportieren – das sind eindrückliche Mengen!

Zahlen und Fakten

  • Bauherr Tiefbauamt Kanton Bern
  • Kiesausbaggerung 1500 bis 2000 m3 täglich (Intensivbauphase)
  • Total Kiesentnahme 30 000 m3
  • Bauführung Peter Rubin, David Hausammann
  • Polier Jürg Schneider
  • Maschinisten Michael Galliker, Markus Schenk, Roy Reinmann