Gemeinsam in die Zukunft: digital und CO₂-frei

Die technologische Entwicklung schreitet in grossen Schritten voran und verändert unsere Branche nachhaltig. Themen wie Digitalisierung und Dekarbonisierung eröffnen uns enorme Chancen – für mehr Effizienz, für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und für eine starke Positionierung als innovatives Bauunternehmen. Doch was bedeutet das konkret für die KIBAG und für uns Mitarbeitende?

Eintrag vom 21.01.2026

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Die Baubranche steht an der Schwelle zu einer neuen Ära, vergleichbar mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Heute jedoch findet die Revolution digital statt – allen voran durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). KI wird unsere Arbeit vereinfachen und effizienter gestalten, von der Automatisierung im administrativen Bereich bei der Rechnungserfassung bis zum Einsatz autonomer (selbstfahrender) Baumaschinen.

Dabei ist wichtig: Die Technologie ersetzt nicht die Menschen bei der KIBAG, sondern sie unterstützt uns. Sie übernimmt anstrengende, monotone oder gefährliche Tätigkeiten – und hilft gleichzeitig, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Unsere Mitarbeitenden müssen keine Angst vor Kündigungen haben. Im Gegenteil: Die neuen Technologien bringen Entlastung und eröffnen Chancen für Weiterentwicklung und spannende neue Aufgaben. Denn in vielen Bereichen finden wir heute zu wenig qualifizierte Mitarbeitende. KI und Automatisierung bringen hier Entlastung, sodass wir unsere Fachkräfte dort einsetzen können, wo ihre Erfahrung und ihre Kompetenz am meisten zählen.

Dekarbonisierung: CO2-Fussabdruck erfassen und reduzieren

Der jährliche Energieverbrauch für den Betrieb unserer Werke, Baumaschinen und Fahrzeuge ist beträchtlich und entspricht etwa der Energiemenge eines halben Grimsel-Stausees. Allein der Dieselverbrauch liegt derzeit bei rund 10 Millionen Litern pro Jahr, verursacht jährlich rund 25 000 Tonnen CO₂ und ist damit die grösste Emissionsquelle, die wir direkt beeinflussen können (Scope 1). Genau hier setzen wir an: Der Umstieg von Diesel auf Strom (Scope 2) bringt enorme Einsparungen, da der von uns eingesetzte Strom bereits zu über 97 Prozent CO₂-frei ist – und zunehmend auch aus unseren eigenen Photovoltaikanlagen stammt. Bei den indirekten Emissionen (Scope 3) fällt bei der KIBAG besonders der Zement als Bestandteil des Beton ins Gewicht. Der CO₂-Fussabdruck aus Zement ist mehr als dreimal so hoch wie unser grösster eigener Emissionstreiber, der Diesel. Dies zeigt: Einen weiteren grossen Hebel für den Klimaschutz hat die KIBAG in der Entwicklung, der Förderung und im Einsatz von CO₂-reduzierten oder CO₂-neutralen Betonprodukten.

Der Energieverbrauch wird mit einem von Pascal Wanner, Leiter Betriebssysteme und Umweltprojekte, entwickelten Tool systematisch erfasst. Dank der Unterstützung von über 90 Mitarbeitenden konnten wir erstmals eine detaillierte und transparente Datengrundlage schaffen. Dieses Engagement zeigt eindrücklich: Nur gemeinsam erreichen wir unsere Ziele. Wir stehen bei der Dekarbonisierung erst am Anfang. In den kommenden Jahren wollen wir die Erfassung der Energie- und Emissionsdaten weiter vereinfachen, die Datenqualität und die Transparenz verbessern und vor allem: mit vereinten Kräften jährlich rund 4 Prozent Emissionen reduzieren

Stichwort Scope 1–3

… ist die Klassifizierung von Treibhausgas-Emissionen (nach dem Greenhouse Gas Protocol), die praktisch alle Unternehmen – auch in der Schweiz – beim CO₂-Reporting verwenden:

  • Scope 1: Direkte Emissionen durch den Eigenverbrauch der KIBAG wie Diesel, Benzin oder Heizöl.
  • Scope 2: Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie wie Strom oder Fernwärme.
  • Scope 3: Indirekte Emissionen aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Bei der KIBAG primär die CO₂-Emissionen des eingekauften Zements oder der Diesel der Transporte von Waren und Gütern, die wir nicht selbst durchführen.

Pioniergeist – autonome und elektrische Baumaschinen

Unser Anspruch ist klar: Wir wollen branchenweit ganz vorn mit dabei sein. So setzen wir als weltweit erstes Unternehmen einen selbstarbeitenden Bagger von Develon mit Steuerung von Gravis Robotics kommerziell ein. Im Kieswerk Tuggen hebt er demnächst einen 300 Meter langen Graben autonom aus – ein Meilenstein, der zeigt, dass die KIBAG international zu den Vorreitern gehört. Auch mit weiteren Herstellern sind wir derzeit in Kontakt für Pilotversuche mit autonomen Maschinen wie Radladern oder Dumpern.

Bis Maschinen auf regulären Baustellen vollautonom eingesetzt werden können, dauert es voraussichtlich noch einige Jahre. Aber schon heute entstehen grosse Chancen durch KI-gestützte Systeme, die unsere Maschinisten bei der Arbeit unterstützen.

Auch bei der Dekarbonisierung gehen wir mutig voran: Mit der Elektrifizierung unseres Maschinen- und Fuhrparks senken wir unseren CO₂-Ausstoss deutlich. Ein starkes Beispiel dafür ist der neue, vollelektrische 23-Tonnen-Raupenbagger von Sany – einer der ersten seiner Art in Europa und das erste Modell dieser Klasse in der Schweiz.

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor

Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur eine Frage der Haltung – sie wird zunehmend auch zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Nichtfinanzielle Kriterien wie die Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft oder eine integre Unternehmensführung (ESG – Environmental, Social, Governance) werden immer wichtiger. Sie entscheiden zunehmend darüber, ob wir Aufträge erhalten, qualifizierte Mitarbeitende gewinnen oder Fördermittel für Innovationen sichern können. Auch die Politik bewegt sich in diese Richtung: Der Bundesrat plant, für mittlere und grössere Unternehmen ein verbindliches Nachhaltigkeitsreporting einzuführen.

Für uns ist daher klar: Wir wollen Nachhaltigkeit nicht nur messen und transparent machen, sondern auch aktiv gestalten und kontinuierlich verbessern. Sie ist der Schlüssel zu unserem langfristigen Erfolg.

Fazit

Digitalisierung und Dekarbonisierung sind keine Bedrohung, sondern eine grosse Chance – für die KIBAG sowie  für jede einzelne Mitarbeiterin und jeden einzelnen Mitarbeiter. Gemeinsam gestalten wir ein Unternehmen, das innovativer, nachhaltiger und zukunftssicherer ist als je zuvor.

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