Der Graben sieht aus wie jeder andere auch. Und auch der Bagger, der diesen zurzeit in der Kiesgrube in Tuggen aushebt, unterscheidet sich aus der Ferne nicht von anderen Modellen. Erst wenn man näher herantritt, erkennt man den Unterschied: Auf der Maschine befindet sich kein Maschinist, der das Gerät steuert. Der Bagger baggert allein dank einer neuartigen Steuerung.
Piloteinsatz eines autonomen Baggers
In Tuggen testet die KIBAG seit diesem Herbst den ersten autonomen Bagger der Schweiz in einer realen Bauumgebung. Es ist ein Modell von Develon, einem südkoreanischen Hersteller von Raupenbaggern. Dank der Steuerung des ETH-Spin-offs Gravis Robotics soll der Bagger komplett selbstständig einen 150 Meter langen, 17 Meter breiten und 3 Meter tiefen Graben ausheben. Die Kiesgrube ist für diesen Test das ideale Einsatzgebiet, da sie einen sicheren und geschützten Rahmen bietet.
«Wir möchten beweisen, dass Raupenbagger mit einer autonomen Steuerung tatsächlich in der realen Bauwelt eingesetzt werden können und sicher und effizient arbeiten», sagt CEO Christoph Duijts. «Es ist klar, dass die Einsatzmöglichkeiten anfangs noch limitiert sind und komplexere Aufgaben kaum bewältigt werden können. Wenn wir aber ein oder zwei einfache Anwendungsgebiete finden, die wirtschaftlich interessant sind, haben wir bereits viel erreicht.»
Der Pilotbetrieb in Tuggen verlief bisher vielversprechend, aber auch mit den üblichen Tücken eines Innovationsprojekts: «Die Programmierung der Steuerung durch die Robotik-Experten war deutlich aufwendiger, als wir es erwartet hatten», sagt Gabriel Hasler, Betriebsleiter des RC-Platzes Wädenswil und Wiederauffüllung Tuggen, der den Testbetrieb begleitet und dokumentiert. «Ab November erschwerte ausserdem das nasse Wetter den Testbetrieb.» Der Pilotbetrieb wird sich insgesamt über mehrere Monate erstrecken und sicher noch bis zum Sommer 2026 fortgesetzt. Ein erstes Fazit kann im neuen Jahr gezogen werden.