KIBAG zeigt Pioniergeist bei den autonomen Baumaschinen

In Tuggen testen wir derzeit einen der ersten vollautonom arbeitenden Bagger im realen Einsatz. Selbstständig soll dieser einen 150 Meter langen Graben ausheben. Noch funktioniert nicht alles. Doch die KIBAG zeigt damit erneut Pioniergeist und ist bei den neusten Entwicklungen im Baumaschinenmarkt auch international ganz vorn mit dabei.

Eintrag vom 26.01.2026

Tuggen Develon slideshow blog 02

Der Graben sieht aus wie jeder andere auch. Und auch der Bagger, der diesen zurzeit in der Kiesgrube in Tuggen aushebt, unterscheidet sich aus der Ferne nicht von anderen Modellen. Erst wenn man näher herantritt, erkennt man den Unterschied: Auf der Maschine befindet sich kein Maschinist, der das Gerät steuert. Der Bagger baggert allein dank einer neuartigen Steuerung.

Piloteinsatz eines autonomen Baggers

In Tuggen testet die KIBAG seit diesem Herbst den ersten autonomen Bagger der Schweiz in einer realen Bauumgebung. Es ist ein Modell von Develon, einem südkoreanischen Hersteller von Raupenbaggern. Dank der Steuerung des ETH-Spin-offs Gravis Robotics soll der Bagger komplett selbstständig einen 150 Meter langen, 17 Meter breiten und 3 Meter tiefen Graben ausheben. Die Kiesgrube ist für diesen Test das ideale Einsatzgebiet, da sie einen sicheren und geschützten Rahmen bietet.

«Wir möchten beweisen, dass Raupenbagger mit einer autonomen Steuerung tatsächlich in der realen Bauwelt eingesetzt werden können und sicher und effizient arbeiten», sagt CEO Christoph Duijts. «Es ist klar, dass die Einsatzmöglichkeiten anfangs noch limitiert sind und komplexere Aufgaben kaum bewältigt werden können. Wenn wir aber ein oder zwei einfache Anwendungsgebiete finden, die wirtschaftlich interessant sind, haben wir bereits viel erreicht.»

Der Pilotbetrieb in Tuggen verlief bisher vielversprechend, aber auch mit den üblichen Tücken eines Innovationsprojekts: «Die Programmierung der Steuerung durch die Robotik-Experten war deutlich aufwendiger, als wir es erwartet hatten», sagt Gabriel Hasler, Betriebsleiter des RC-Platzes Wädenswil und Wiederauffüllung Tuggen, der den Testbetrieb begleitet und dokumentiert. «Ab November erschwerte ausserdem das nasse Wetter den Testbetrieb.» Der Pilotbetrieb wird sich insgesamt über mehrere Monate erstrecken und sicher noch bis zum Sommer 2026 fortgesetzt. Ein erstes Fazit kann im neuen Jahr gezogen werden.

Wir möchten beweisen, dass Raupenbagger mit einer autonomen Steuerung tatsächlich in der realen Bauwelt eingesetzt werden können und sicher und effizient arbeiten.

KIBAG Christoph Duijts CEO
Christoph Duijts CEO

Viel Dynamik im Baumaschinenmarkt

Sobald sich wirtschaftlich interessante Einsatzmöglichkeiten zeigen, planen wir, eine solche Maschine für die KIBAG Baustoffe und die RE zu beschaffen. Gespräche und Abklärungen laufen parallel zum Pilotprojekt in Tuggen auch mit anderen Herstellern. So sind eigentlich alle grösseren Hersteller von Baumaschinen – Liebherr, Komatsu, Caterpillar und Volvo – daran, autonome Lösungen auf den Markt zu bringen. Daneben herrscht viel Dynamik unter den verschiedenen Lieferanten für Steuerungen: Neben etablierten Anbietern wie Leica Geosystems, die mit Maschinensteuerungen viel Erfahrung mitbringen, buhlen neue Anbieter, etwa das erwähnte ETH-Spin-off Gravis Robotics, um Marktanteile. Die KIBAG führt Gespräche in alle Richtungen und prüft die verschiedensten Lösungen.

Pioniergeist bei den autonomen Baumaschinen

Und wie sieht die Zukunft aus? Wir gehen davon aus, dass teilautonome Maschinen – also Maschinen, die den Menschen unterstützen, aber nicht vollständig allein arbeiten – schon bald sinnvoll eingesetzt werden können. Bis Maschinen auf regulären Baustellen vollautonom eingesetzt werden können, dauert es voraussichtlich noch einige Jahre. Für Einsätze auf einer öffentlichen und öffentlich zugänglichen Baustelle fehlen schlicht noch die gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben. Doch in Werkhöfen, Steinbrüchen und Kiesgruben werden wir bald neue Baumaschinen sehen – und die KIBAG wird hier sogar international zu den Vorreiterinnen gehören.

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