Betriebstechnik: Abwechslung garantiert

Das Team der Betriebstechnik baut Industrieanlagen, erweitert sie oder bringt sie auf den neuesten Stand. Kein Projekt sei wie das andere, betonen die fünf Teammitglieder. Sie alle betreuen gleichzeitig mehrere Projekte – eine Herausforderung, insbesondere wenn Ungeplantes dazwischenkommt.

Entrée de 15.10.2025

Kibag betriebstechnik team 2

Das Team der Betriebstechnik (BT) kümmert sich um den mechanischen und elektrischen Anlagenbau für die KIBAG Baustoffe. «Wir bauen neue Kies-, Betonwerke und Aufbereitungsanlagen und erweitern oder modernisieren bestehende Anlagen», erklärt Matthias Brand, kurz Matti genannt. Er ist Co-Leiter des Teams und verantwortet den Bereich Anlagentechnik. Lukas Bachmann, sein Pendant, ist für den Bereich Elektrotechnik verantwortlich. Matti und Lukas teilen sich die Teamleitung aus einem bestimmten Grund, erklärt Lukas: «Wir sind beide gerne draussen und haben Freude daran, Projekte zu realisieren.» So sind beide auch Projektleiter in ihrem Bereich. Unterstützt werden sie von drei weiteren Projektleitern: Enrico Marquart in der Elektrotechnik sowie Matthias Haab und Paul Betschart in der Anlagentechnik, wobei Letzterer zusätzlich als technischer Innendienstmitarbeiter im Team ist. 

Knapp 100 Projekte

Das Team kommt aus verschiedenen Gründen zum Einsatz, wie Lukas erzählt: «Manchmal rüsten wir eine Anlage aufgrund von Sicherheitsvorgaben oder der Energieeffizienz nach, manchmal kommen die Werkleiter mit guten Ideen.» Nachgerüstet werde meistens nur die Elektrik, die Maschine bleibe alt oder werde komplett ersetzt, präzisiert Matthias. Typische oder wiederkehrende Aufgaben gibt es bei ihnen nicht, meint das Team. «Klar dreht sich alles um Kies- und Betonwerke, Aufbereitungsanlagen und deren Hilfsgewerke», meint Matti. «Wir machen aber nie zweimal das Gleiche, weil die Ausgangslage immer eine andere ist», wirft Matthias ein, und erklärt, «Das Alter der Produktionsanlagen reicht von ca. 1950 bis heute. Die Anlagentechnik ist somit jedes Mal anders. Hinzu kommen lokale Begebenheiten und Vorgaben, aber auch unterschiedliche Anforderungen ans Werk.» Bei den 14 Kies- und 25 Betonwerken der KIBAG geht dem Team die Arbeit nicht so schnell aus. «Wir haben knapp 110 Projekte mit unterschiedlichem Umfang in unserer Datenbank», erzählt Paul, und präzisiert: «Wir können daher nicht bei allen gleichzeitig aktiv am Zug sein.» Und doch sei die Anzahl der Projekte, die parallel laufen, sehr hoch, sind sich die fünf einig. «Im Voraus gut zu planen, wie viele Ressourcen ein Projekt braucht, und Prioritäten zu setzen sind sicher unsere grössten Herausforderungen», meint Paul. Ab und zu holt sich das Team externe Unterstützung von Planungsbüros. «Wir geben ihnen zum Beispiel eine Variantenstudie in Auftrag, doch die Bauherrenvertretung bleibt immer in der BT», sagt Matthias.

Wir bauen neue Kies-, Betonwerke und Aufbereitungsanlagen und erweitern oder modernisieren bestehende Anlagen.

Nicht alles lässt sich planen

Hochsaison hat das Team, wenn Tiefsaison auf dem Bau herrscht. «Von November bis März werden die Werke nacheinander abgestellt und revidiert. In dieser Zeit sind wir viel an den Standorten, um Projekte umzusetzen. In der wärmeren Jahreszeit machen wir mehr Projektarbeit im Büro», erzählt Matti. Grössere Projekte wie das Betonwerk im Gotthard, das Kies- und Betonwerk in Birr oder die Baustoff-City in Weinfelden laufen über mehrere Monate bis Jahre und werden deshalb nicht während der üblichen Revisionszeiten umgesetzt. Keine Saison kennen hingegen die Störungen. «Störungen bringen unseren Arbeitsalltag ziemlich durcheinander, weil sie fast immer Priorität haben – insbesondere wenn eine Störung grosse Auswirkungen hat», meint Enrico, und ergänzt: «Wenn zum Beispiel ein Werk deswegen stillsteht, lassen wir alles andere liegen. Bevor die Störung behoben werden kann, muss man aber erst die Ursache finden, was sehr zeitintensiv sein kann», erzählt er weiter. Hinzu komme die räumliche Entfernung, meint Matti: «Bis wir in Basel, Wilchingen oder Weinfelden sind, dauert es eine Weile.» Dank der technologischen Entwicklung lassen sich heute glücklicherweise viele Störungen über die Fernwartung oder Videotelefonie lösen. «Zudem hilft es, dass die KIBAG vor ein paar Jahren die Steuerungssysteme vereinheitlicht hat», meint Enrico. 

Kibag betriebstechnik team

Nischenjobs

Zum Bereich Elektrotechnik gehört auch die Energieversorgung der Anlagen. «Wir planen Trafostationen, Solaranlagen oder Ladestationen für Elektrofahrmischer. Zudem betreiben wir an verschiedenen Standorten eigene Energienetze», zählt Lukas auf. Das Team pflegt zudem die Dokumentationen der Anlagen, erstellt Statistiken zu deren Energieverbräuchen und wertet diese mit Fokus auf Optimierungspotenzial aus. Die Spannbreite der Aufgaben und somit auch das Wissen und die Fähigkeiten des Teams sind sehr gross – und sehr spezifisch. «Wir sind in einer Nische tätig», bestätigt Matti, und ergänzt: «Es gibt weder eine Berufslehre noch ein Studium, das direkt auf unsere Arbeit vorbereitet.» Im Team hat jeder eine Grundausbildung im mechanischen Bereich oder in der Automation sowie ein darauf aufbauendes Studium und/oder viel Berufserfahrung. Letztere sei sehr wichtig, meint Lukas: «Vieles lernt man erst hier bei der Arbeit.» 

Das könnte Sie auch noch interessieren