Konfliktherd Bauen und Verkehr 

Der Rückbau von 18 Mehrfamilienhäusern in gerade mal zwölf Wochen war für die KIBAG keine besondere Herausforderung. Für manchen Verkehrsteilnehmer auf der viel befahrenen Zürcher Hohlstrasse hingegen schon. 

Eintrag vom 17.03.2026

Seit Ende des Jahres klafft eine riesige Lücke inmitten des dicht bebauten Kreis 4 in Zürich. 18 Mehrfamilienhäuser, die als Riegel entlang der Hohlstrasse und als Blockrandbebauung gebaut worden waren, sind verschwunden. Damit war der erste Meilenstein für das Neubauprojekt der GBMZ, der Gemeinnützigen Bau- und Mietergenossenschaft Zürich, erreicht. Bis 2028 sollen auf dem Areal 157 neue Wohnungen entstehen. 

Enge Platzverhältnisse 

Doch bevor der eigentliche Rückbau starten konnte, mussten sämtliche Werkleitungen getrennt werden. Dafür wurden innerhalb weniger Wochen – Tag und Nacht – über 60 Werklöcher erstellt. Parallel dazu begann unser Nebenunternehmer mit der Schadstoffsanierung. «Im Anschluss mussten wir das Gebäude vollständig entkernen. Dies umfasste mehrere Arbeitsgattungen; zeitweise waren bis zu acht Unternehmen gleichzeitig vor Ort», erzählt Reno Meinel, Polier bei der KIBAG Tief- und Rückbau Zürich. Unter anderem stand die KIBAG Entwässerungstechnologie im Einsatz, die dank der Unterstützung von Jaqueline Summ sehr flexibel disponiert werden konnte. «Die Koordination all dieser Beteiligten war für uns in der Planung im Büro, aber auch für den Polier vor Ort anspruchsvoll», ergänzt Bauführer Gabriel Ferreira Fassa de Araujo. 

Hupkonzert im Feierabendverkehr

Mit dem Komatsu PC 390 und der Longfront wurden schliesslich Stockwerk um Stockwerk, Wand um Wand und Gebäude um Gebäude rückgebaut. Herausfordernd wurde es entlang der viel befahrenen Hohlstrasse, an der der eine Gebäuderiegel entlang verlief. Die Strasse ist gerade mal 2,5 Meter vom Bauplatz entfernt, es verkehren auch Trams und Busse auf der Strecke. Somit kam nicht nur ein Abrissvorhang zum Einsatz, sondern sogar bis zu deren drei, um den Verkehr optimal zu schützen. Bei besonders heiklen Arbeitsschritten, beispielsweise beim Herunterreissen des Dachstuhls, wurde der Verkehr komplett gestoppt. Dies natürlich zum Missfallen einiger Verkehrsteilnehmer, die sich durchaus in Rage hupen konnten wegen der paar Minuten verlorener Zeit. Die Arbeiter vor Ort reagierten mit erstaunlicher Gelassenheit auf die Anfeindungen – sie sind es sich offenbar (und bedauerlicherweise) so gewohnt. 

Bis zu drei Abrissvorhänge standen im Einsatz, um die Verkehrsteilnehmer optimal zu schützen. 

«Die engen Platzverhältnisse waren die grosse Herausforderung», fasst Polier Meinel denn auch zusammen. Hinzu kam die Anbindung an drei bestehende Gebäude: Diese wurden sorgfältig getrennt und natürlich wetterfest isoliert. Bis jetzt konnte das Bauprogramm aber souverän eingehalten werden, dies auch dank der präzisen und routinierten Arbeitsweise unseres Maschinisten Telmo Da Graça. Pünktlich zu den Weihnachtsferien war der Rückbau abgeschlossen. Seit dem neuen Jahr arbeitet KZT nun am Rückbau der Kellergeschosse; parallel dazu laufen verschiedene Vorbereitungsmassnahmen für die Baugrube: Rühlwandträger werden eingebracht, und bevor es mit den Bohrungen für die Stahlträger losgehen konnte, musste das Starkstromkabel entlang der Hohlstrasse freigelegt werden, dies wieder mittels Saugbagger. Ab dann geht es so richtig in die Tiefe. 26 000 Kubikmeter Aushub, Mischabbruch und Beton werden zusätzlich anfallen, bevor der letzte KIBAG Bagger die Baustelle verlassen kann. Ab März 2026 wird der Baumeister parallel zu unseren Arbeiten starten, und wir übergeben die Etappen Schritt für Schritt. Im Sommer 2027 startet dann die Vermietung, im Juli 2028 soll der Bezug erfolgen. 

ZEITWEISE WAREN BIS ZU ACHT UNTERNEHMEN GLEICHZEITIG VOR ORT

Reno Meinel KIBAG Polier

Zahlen&Fakten

Technische Daten

  • Abbruch ca. 60 000 m3 umbauter Raum
  • Mischabbruch ca. 10 000 m3
  • Betonabbruch ca. 3000 m3
  • Altlasten und Aushub ca. 20 000 m3
  • Rühlwandträger ca. 200 t
  • Aushubsohle ca. 6000 m2
  • Kanalisationsleitung ca. 1000 m

Weitere Angaben 

  • Bauherr GBMZ - Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich
  • Neubau von 157 Wohnungen
  • Bauzeit 2025 - 2028

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